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Abteilung 4 Die Überlieferung der Bibel  
 
Bibel - was ist das für ein Buch?
...ein Rekordbuch
Schrift und Sprache der Bibel
Seit wann können Menschen
eigentlich schreiben?
Schreibmaterialien der Antike
Stein, Tontafeln, Papyrus, Pergament...
Die Überlieferung der Bibel
Ist das, was wir heute in der Bibel
finden, identisch  mit dem, was
damals aufgeschrieben wurde?
Der Inhalt der Bibel
Was steht zwischen der ersten
letzten Seite?
 
Abteilung 6
Die Ausbreitung der Bibel
Die Berichte von Jesus wurden
aufgeschrieben von...
 
Die Bibel - das erste gedruckte Buch
Bis zur Erfindung der Druckkunst
im 15. Jahrhundert...
Deutsche Bibeln
Wie die Bibel zu uns kam.
Bibeln aus aller Welt
98% der Weltbevölkerung kann die
Bibel in der Muttersprache lesen
.
Bibel auf Computer
Längst hat die heilige Schrift Einzug
in die digitale Welt genommen
.
Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten
Gutenberg-Druckerpresse;
Nachbau in Originalgröße
Weitere Bestandteile
der Ausstellung
Kreativecke
Cafeteria
Büchertisch
Nonstop Bibel auf Video

Exponate:
Mitte: Qumran-Krug
Jesaja-Rolle (im Krug)

dazu: Jesaja-Rolle (ausgerollt über die ganze Abteilung)
Codex Sinaiticus (unbedingt mit Plexiglas abdecken!)
P 52 (Nachbildung)
Tongefäße, Alabasterfässchen
Buch „Die Zeit der ersten Christen“,
„Schätze aus biblischer Zeit“
Buch „Jesus, Qumran und der Vatikan“, O. Betz, R. Riesner
Buch „Jesus und die Schriftrollen von Qumran“, A. Schick
Buch „Bibel im Test“

Beschreibung:
Uns beschäftigt die Frage, ob das, was wir heute in der Bibel finden, identisch ist mit dem, was damals aufgeschrieben wurde. Haben sich durch das Abschreiben nicht Fehler eingeschlichen? Wurden die Texte später nicht immer wieder verändert und anders interpretiert? Um die zuverlässige Überlieferung der Bibel zu belegen, sind Funde aus dem Altertum ausgestellt.

Hier wird der Qumran-Fund dargestellt. 1947 entdeckte ein arabischer Hirtenjunge bei der Suche nach seinen fortgelaufenen Ziegen in den Höhlen von Qumran einige alte Schriftrollen. Da er selber nicht lesen konnte, brachte er diese zu einem Schuster, um noch einige Groschen zu verdienen. Da dieser zum Glück ahnte, dass diese Schriften von historischem Interesse sein könnten, führte er sie Gelehrten zu. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Funden um eine Bibliothek handelte, die die jüdische Glaubensgemeinschaft der Essener wegen der einsetzenden Verfolgung in Höhlen versteckte. In diesen Höhlen fand man neben Schriften der Essener ganze Bücher des AT´s. Von besonderer Bedeutung ist, dass u.a. das ganze Jesaja-Buch gefunden wurde. Wegen der so konkreten prophetischen Aussagen im Jesajabuch über Jesus hatten manche Kritiker behauptet, dass dieses Buch unmöglich vor Jesus entstanden sein konnte. Die Funde von Qumran belegen eindeutig, dass diese Abschrift des Jesaja-Buches aus der Zeit von 200 - 100 vor Christus stammt. Darüber hinaus belegen diese Funde, wie genau der Text bis heute überliefert wurde. In Jerusalem wurde eigens ein Museum gebaut, um die kostbaren Funde auszustellen.
(Bei der Führung kann die Rolle aus dem Krug entnommen und ausgerollt werden. Sie ist 7 Meter lang und enthält den Propheten Jesaja vollständig).

Ähnlich wie beim AT gibt es auch bedeutsame Funde von Handschriften des Neuen Testamentes. Über 4500 Fragmente des neutestamentlichen Textes konnten ausgegraben werden. Einer der bedeutsamsten Funde ist der „Codex Sinaiticus“, der 1844 und 1859 von dem deutschen Gelehrten Konstantin Tischendorf im Katharinenkloster am Sinai gemacht wurde. Nach dem Fundort ist der Name dieses Fundes benannt, von dem wir hier eine Kopie in der Ausstellung haben. In diesem Dokument, das auf das Jahr 350 n. Chr. datiert wird, ist das ganze Neue Testament und etwa die Hälfte des alttestamentlichen Textes enthalten. Im Vergleich dieses Textes mit unserem Neuen Testament sehen wir, wie zuverlässig die Bibel überliefert wurde. 85% des neutestamentlichen Textes stehen eindeutig fest. Die 15%, bei denen wir Abweichungen finden, betreffen meist nur stilistische Fragen. Nur 2% der Unsicherheiten betreffen den Sinn und nur 0,1% verändern den Sinn.

Das älteste Manuskript eines neutestamentlichen Textes ist der sog. „P 52“ (siehe Exponat). Es ist ein Fragment aus dem Johannesevangelium, Kap. 18, in dem Pilatus Jesus die Frage stellt: „Was ist Wahrheit?“ Dieses Fragment wird datiert auf das Jahr 125 n. Christus. Wenn wir berücksichtigen, dass Johannes sein Evangelium in der Zeit zwischen 90 - 100 nach Christus geschrieben hat, sehen wir, dass wir durch dieses Schriftstück nur noch 25 Jahre vom Original entfernt sind.
Mit Recht kann man behaupten, dass die Bibel das bestüberliefertste Buch der Antike ist. Von keinem anderen Buch, das aus der Zeit des NT stammt, gibt es so viele Funde. Der zeitliche Abstand zum Original ist meist 1000 - 1500 Jahre (siehe Tabelle auf Seite 84 im Buch „Bibel im Test“ von Josh McDowell).

Detail linke Tafel
 
Detail rechte Tafel